8. Februar 2009

Neues vom rechten Rand

























NVP und Antizionismus


Es ist wohl kaum ein Zufall, dass im Zuge der (oberösterreichischen) Antifa-Mobilisierung gegen einen 1.Mai Aufmarsch der rechtsextremen Nationalen Volkspartei (NVP) ein nicht unwesentlicher Aspekt der Ideologie der NVP nur wenig Beachtung findet: Deren radikaler Antizionismus.

Die Palästina-Solidarität ist für den sog. nationalen Widerstand ebenso selbstverständlich wie die Stammtisch Schmährede gegen Banken und Konzerne. Letztlich sind beide Momente untrennbar ineinander verflochten. Dementsprechend heißt es auf der Homepage der NVP:

„Etwas anderes als ein Kniefall vor dem zionistischen Verbrecherregime der israelischen Bourgeoisie war von der westlichen Welt nicht zu erwarten.“ (1)

Denn diese würde einem „völkerrechtswidrigen Vernichtungskrieg“ (bei der Linken: Massaker, Blutbad) gegen „Frauen und Kinder“ tatenlos zuschauen. Der Bezug auf den tatsächlichen NS-Vernichtungskrieg ist Moment der Täter-Opfer Umkehr, welche der gesamten antizionistischen Propaganda letztlich zugrunde liegt. Hier ist dieser Bezug besonders offensichtlich.

In einem anderen Eintrag mit dem Titel „Verlogenes Israel“:

„Sie wollen uns erzählen, dass es notwendig ist Frauen und Kinder zu ermorden um die Sicherheit Israels ( mit der wohl bestausgerüstesten Armee der Welt) zu gewährleisten? […]Sie reden vom Existenzrechts Israels und meinen die Auslöschung Palästinas!“ (2)

Ferner ist von Hamas als der „einzige[n] Hoffnung“ der Palästinenser und „US-raelhörigen Politikern“ die Rede. Auch das iranische Atomwaffenprogramm wird verteidigt. Schließlich werden überhaupt alle Krisenerscheinungen auf ein Übel zurückgeführt. Ein weiterer Beitrag trägt den Titel:

Weltwirtschaftskrise und Kriege auf der ganzen Welt durch die Schuld der USA und des Zionismus!“ (3)

Letztlich sind es nur die kriegstreiberischen Zionisten:

„Das Problem der zionistisch unterwanderten USA besteht darin, dass sie einen weltweiten Krieg gegen die gesamte Menschheit eröffnet hat.“

Gegen jene, „denen das Geld HEILIG ist“, wird die Lektüre „G. Feders“ empfohlen. Gottfried Feder war einer der führenden Ideologen in der Frühzeit der NSDAP. Sein zentrales Thema war die „Brechung der Zinsknechtschaft“. Antisemitismus in Form des Antizionismus, Antiimperialismus und eine affirmative und wahnhafte Kapitalkritik (gegen Bonzen und Spekulanten, Banken und Konzerne, zinsfreies Geld, …) sind untrennbare Momente eines falschen Ganzen.




(1) http://www.nvp.at/nvp.at/new/index.php?option=com_content&view=article&id=366:offener-brief-an-die-westlichen-regierungen-und-die-sogenannte-wertegemeinschaft&catid=51:allgemein

(2) http://www.nvp.at/nvp.at/new/index.php?option=com_content&view=article&id=357:verlogenes-israel&catid=34:nachrichten&Itemid=53

(3) http://www.nvp.at/nvp.at/new/index.php?option=com_content&view=article&id=348:weltwirtschaftskrise-und-kriege-auf-der-ganzen-welt-durch-die-schuld-der-usa-und-des-zionismus&catid=34:nachrichten&Itemid=53